ADHS
Die Abkürzung AD(H)S bedeutet Aufmerksamkeitsdefizit- (Hyperaktivitäts-) Störung. Hyperaktivität in Klammern, weil es ADS auch ohne Hyperaktivität gibt. Diese Form wird von Helga Simchen als “hypoaktiv” bezeichnet. International wird die Störung als ADHD bzw. ADD bezeichnet. Etwa 2-6% aller Kinder und Jugendlichen leiden unter der Störung; aber man muss beachten, dass nicht nur Kinder und Jugendliche daran leiden können und es im Erwachsenenalter vom Erdboden verschwindet; nein, auch Erwachsene können ADHS haben. Ich werde es hier weiterhin als ADHS bezeichnen.
Charakteristisch gibt es drei Hauptsymptome:
- Hyperaktivität (übersteigerter Bewegungsdrang)
- Unaufmerksamkeit (gestörte Konzentrationsfähigkeit)
- Impulsivität (unüberlegtes Handeln)
Diese drei Hauptsymptome können in unterschiedlichen Stärken vorkommen; alle drei gemischt, einzeln oder auch zwei nebeneinander. Wenn jemand diese Symptome zeigt, heißt das jedoch nicht, dass er an ADHS leidet. Damit man wirklich von einer Störung sprechen kann, sollen die Kinder über mindestens sechs Monate in verschiedenen Lebensbereichen wie Schule, Familie, Freunde beobachtet werden. Meist wird jedoch nicht so diagnostiziert, da es viel zu lange dauern würde.
Bleibt das ADHS unbehandelt, kann das schwere Folgen für den Betroffenen haben. Das Suchtpotenzial ist größer, es kann zu Schulversagen und familiären Problemen kommen. Dabei muss man beachten, dass man ADHS nicht heilen kann, nur die Wirkung lindern kann. ADHS kann statt mit Medikamenten auch mit einer Verhaltenstherapie behandelt werden; ich wüsste aber nicht, dass das oft zu Erfolgen geführt hat.
Oft wird ADHS mit Vorurteilen zugeschüttet; es wäre eine Folge der neuen Medien, zu viel Fernseh- und Computerkonsum wird genannt; man spricht von einer Modekrankheit.
ADHS ist jedoch keine neue Störung (ja, es ist ja nichtmal eine Krankheit, sondern eine psychische Störung!). Man hat Beschreibungen der Verhaltensstörung aus dem 19. Jahrhundert – bekanntestes Beispiel ist wohl der “Struwwelpeter” aus dem Jahre 1845 von Heinrich Hoffmann. Da haben wir den “Zappelphilipp”, der nicht still sitzen und seine Suppe essen kann; “Hans-guck-in-die-Luft” bezeichnet die eher unaufmerksame, hypoaktive Variante. Die Impulsivität kann man sehr schön beim “bitterbösen Friederich” wiederfinden.
ADHS ist eine erbliche Störung. Die Ursachen sind bis heute nicht wirklich bekannt; man weiß, dass eine Funktionsstörung im Gehirn vorliegt; ausgelöst durch einen Fehler beim Botenstoff Dopamin bzw. in der Übermittlung. Sie sind zu genüge vorhanden, jedoch wird der Botenstoff vor der Übermittlung zu einer anderen Nervenzelle wieder abtransportiert und die Information kommt nicht an. Eine andere Erklärung wäre, dass es zu viele Informationen gibt; das wäre die Reizüberflutung.
Ein einleuchtendes Bild dazu verdeutlicht das ganze (Quelle: ADHS Andersweltforum):

Zu weiteren Symptomen und dem Verhalten von unbehandelten ADHS-Betroffenen kann man hier viel lesen: Mehr-vom-Tag.de

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