#define Demokratie – Der Einzelne

Eine Artikelreihe über die Sichtweise auf die deutsche Politik eines 15-jährigen. Warum eine Reihe? Den bisher 4000 Wörter langen Original-Artikel habe ich zum einen noch nicht fertig, und zum anderen ist er zu lang, um ihn in einem durch zu veröffentlichen. Deshalb eine Artikelreihe/-serie.

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Warum fühlt man sich als Einzelner nicht mehr wichtig?

Ja, liebe Politiker, woran mag das bloß liegen? Kennen Sie noch diesen Begriff, ach wie war das noch, der war doch so schwer. Sie wissen schon, dieser Begriff da, der kam aus irgendeiner anderen Sprache. Das war doch unser dings… äh, unser… Staatstyp. Nein, Staatsform! Jetzt hab ich’s! Kennen Sie noch den Begriff “Demokratie”?

Ich weiß, es ist schwierig. Der Begriff kommt aus dem Griechischen, es muss ja nicht jeder gleich Griechisch können, wenn er in die Politik geht. Das verlangt ja niemand und Germanistik müssen Sie ja auch nicht studiert haben. Ich kann es erklären, wenn Sie wollen. Nein? Wieso nicht? Achso, Sie wollen raten. Sie können auch den Publikumsjoker nehmen. Auch nicht? Schade. Wie wär’s mit Wikipedia? Wie, kennen Sie nicht? Achso, beim Internet müssen Ihnen Ihre Kinder immer helfen. Darf ich nicht? Achso, ja, ist klar, ich könnte was kaputt machen. Tut mir Leid.

Okay, nun mal ernsthaft. Hat “da oben” schonmal jemand darüber nachgedacht, das Volk ernst zu nehmen? Also jetzt außer im Wahlkampf so zu tun als ob? Mal jemand darüber nachgedacht, dass das Volk nicht dumm ist und lieber was Vernünftiges und Standfestes will statt so einem populistischen Brei, der sowieso wieder über’n Haufen geworfen wird?
Anders gesagt: Ich habe den Eindruck, dass die Politiker nur ihre eigenen Interessen verfolgen.

Natürlich wollen die Bürger auch keine trockene, langweilige, ernste Politik. Etwas Provokation, Leidenschaft (so kitschig das auch klingt), auch etwas Humor muss dabei sein. Aber nicht dieser wilde Aktionismus, vielleicht könnte man ja so argumentieren wie es bei Ritalin oft getan wird: Es gibt noch keine Langzeitstudien über die Spätfolgen ihrer Politik.

Und wer hält in Berlin schon noch was von Bürgerrechten? Kennt man das Wort in Berlin genauso wenig wie “Demokratie”? Es kommt einem wirklich so vor.

Speziell mal um den Fall Ursula von der Leyen aufzugreifen. Thema: Kinderpornosperren. Die Linksammlung von Pressestimmen, Pressemeldungen, Blogeinträgen, etc etc, die dagegen sind, habe ich ja selber zusammengestellt.
Aber da hört man ja nicht drauf. E-Mails und all das Zeugs, was aus dem Internet kommt, kann man ja ignorieren. Das sind bestimmt nicht so viele. Und für den Wahlkampf ist es doch auch gut. Wer soll den schon was dagegen haben, wenn uns das BKA den Hahn am Ende doch ganz abdreht? Dann sind wir das Teufelszeug endlich wieder los. Dann wäre der Schäuble auch nicht mehr ganz so unbeliebt, weil dann gibt’s ja nicht mehr so viel, was er überwachen kann. Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Okay, zurück zum ernsten Teil. Unsere tolle Familienministerin lässt Mitarbeiter mit Textbausteinen auf E-Mails antworten. Siehe hier zum Beispiel. Sehr kompetent, diese Auswahl der Textbausteine. Wahrscheinlich waren die aus der Kategorie “Opferschutz” noch nicht geschrieben. Und… den Text kennen wir doch! Den hat doch ein anderer Mitarbeiter aus dem Ministerium schonmal geantwortet! So ein mieser Zufall aber auch.
Nein, Textbausteine sind natürlich okay – sie sparen Arbeit – man kann ja nicht immer eine individuelle Antwort schreiben. Aber die Auswahl sollte schon individuell erfolgen.

Und – was zählt meine Stimme denn noch? Nichts mehr. Der Bundestag winkt durch, die Regierung macht was sie will und Wahlversprechen – hat’s nie gegeben. Wen kümmern schon die Bürger? Dreieinhalb Jahre hat man in Berlin Zeit, dann werden jene Bürger wieder wichtiger. Aber auch nur oberflächlich, in dem man mal eben so mir nichts, dir nichts eine Rentengarantie dadurchkloppt. Oder so.

Vielleicht stimmt das ja nicht unbedingt so. Der Bundestag lehnt auch mal ein Gesetz ab. Aber nur sehr selten. Man bekommt eben diesen Eindruck, und keinen anderen.

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Übersicht #define Demokratie

  1. Lügen
  2. Der Einzelne
  3. Das System
  4. Vertrauen
  5. Das dumme Volk
  6. Unsere Jugend
  7. Klare Linie mit Ahnung
  8. Der Politiker als Mensch / Leidenschaft
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