Freitag, 12.6.
Heute sollte es wieder zurück nach Skwierzyna gehen. Genau so eine Bustour, wie wir sie auf der Hinfahrt gemacht hatten. Na toll.
Unser erstes Besichtigungsziel waren die Friedenskirche in Schweidnitz. Ein schönes Ding, in das laut der Lautsprecher-”Führung” auch noch deutsche Gelder fließen.
Überraschenderweise sollten wir uns heute auch noch Schloss Waldenburg Fürstenstein, welches wir am Mittwoch ausgelassen hatten, anschauen. Das Problem: In dem Ding ist ein Hotel untergebracht, deshalb konnten wir es uns nur von außen anschauen. Tolle Planung.
Danach stand die Besichtigung eines Stollens des Projekts Riese auf dem Plan. Dort sollte mal das Führerhauptquartier entstehen, eine andere Spekulation ist, dass es eine unterirdische Waffenproduktion werden sollte. Eine dritte Theorie ist, dass eine Art Geheimlabor entstehen sollte; also genug Platz für Experimente. Wenn man mich fragt, hätte man alle drei unterbringen können.
Die Führung durch den Stollen war schlecht. Schlicht und einfach schlecht. Die Theorie, dass man Touristen da rein lässt, was über die Geschichte erzählt und ein paar Statistiken nennt, ist ja gut. Aber die Umsetzung – eine schlechte Dolmetscherin, die viel zu leise sprach (auch nach der Bitte, lauter zu sprechen), und viele sich widersprechende Zahlen. Eek, Schuss in ‘nen Ofen.
Nach diesem weiteren fehlgeplanten Tag fuhren wir dann zurück nach Skwierzyna. Um 22 Uhr waren wir zu Hause – laut Plan hätten wir um 18 Uhr da sein sollen. Kacper war noch nicht zu Hause, er sollte erst wieder kommen, wenn ich schon längst wieder in Deutschland war…
Die Mutter holte mich also ab. Problem? Sie kann nur russisch und polnisch. Verdammt! Aber der Bruder müsste doch da sein. Der ist Student und kann Englisch… mehr oder weniger.
Zu Hause in Skwierzyna angekommen, stellte die Mutter sofort den Herd an. Kacke, was mach ich jetzt – vorher wurde abgemacht, dass wir alle uns nochmal in der Pizzeria von Kamils Bruder treffen. Nachdem ich ihr irgendwie mit Händen und Füßen klar gemacht hatte, dass sie den Herd besser ausstellen sollte, rief sie endlich mal den Bruder. Ich erzählte es ihm auf Englisch, er übersetzte – und ging wieder. Den Kuchen, den sie mir dann anbot, konnte ich aber nicht ablehnen. Mist. Hätt’ ich auch das warme Essen nehmen können. Egal, zu spät. Ess’ ich eben keine Pizza.