Gerade zugeschaltet: Anne Will.
Es ging gerade darum, wie man Kinder in die Schule zwingen will. Es gab den Vorschlag, dass die Eltern in den Knast kommen können, wenn Kinder nicht in die Schule gehen. Den Jugendlichen (mit Migrationshintergrund), den man eingeladen hat, meinte daraufhin, dass die Kinder somit die ultimative Waffe hätten, ihre Eltern zu erpressen – sinngemäß auf jeden Fall. Trotzdem habe er Respekt vor Mutter und Vater, hat er übrigens gerade hinzugefügt.
Sehr schön fand ich gerade folgendes:
“Man müsste das dann schon so machen, dass man mit mir arbeitet, also dass ich Lust kriege, zur Schule zu gehen.”
“Und was muss man denn machen, damit so einer Lust kriegt? Muss man ihn jeden Tag mit dem Taxi abholen, …?”
“Natürlich nicht, aber der Unterricht muss so gestalten werden, dass ich mich da… dass wenn ich mich melde und ‘ne Frage habe, dann möchte ich etwas erklärt haben und nicht ‘Hab ick dir doch grad gesagt’”. So. Und denn hat man irgendwann keene Lust mehr und es ist leider so. Und es ist auch so, ich bin auf der Hauptschule gewesen, mein Kumpel war auf ‘nem Gymnasium gewesen. Und wenn ich ihn dann von der Schule abhole, dann sagen die ‘wat macht n der hier, is der nich von Hauptschule?’ Und wenn er mich abholt, dann sagen die ‘Ah guck ma der, der hats geschafft’ – auch Hauptschüler können das schaffen, wir werden eingeteilt!”
Damit setzt er bei der Ursache und nicht bei den Folgen an. Damit die Kinder und Jugendlichen in die Schule gehen, sollten nicht die Eltern eingesperrt werden oder Bußgelder verhängt werden, sondern die Schule interessant werden.
Wundervoller Schlusssatz, den ich in meine DenkMal-Sammlung aufnehme – dankeschön!
Für meinen Geschmack ist er noch zu lang ;)