Die Zeit hat sich was “Schönes” einfallen lassen.
Ein Student schreibt anonym über seine Selbstversuche mit Ritalin. Zwei Dinge:
Das erste Mal in meinem Leben nahm ich Ritalin mit 17. Ich war Austauschschüler in Washington, D. C., und Adam, mein Gastbruder, hatte die Pillen besorgt. Wir zerstampften sie mit einem Gewürzmörser aus der Küche und zogen das Pulver mit einer Zehndollarnote durch die Nase, das Bild von Alexander Hamilton hatte danach ein kleines Hitler-Bärtchen aus Staub.
Habt ihr jemals eine Tablette, die man in den Mund nehmen soll und runterschlucken soll, zerstampft und durch die Nase eingezogen? Falls Ärzte anwesend sind: Ist es überhaupt möglich, dass das MPH (Methylphenidat) auf diese Weise genauso in den Blutkreislauf gelangt wie wenn man’s schluckt? Ich weiß ja nicht, wo der Quatsch da hingezogen wird, aber wenn man die Tablette schluckt, gelangt sie in den Magen und wird sozusagen mitverdaut. Sie müsste also (meinem Bio-Wissensstand nach) verdaut werden und im Darm ans Blut abgegeben werden.
Daraus schließe ich, dass die Folgen der Einnahme, die der Student beschreibt, entweder simuliert wurden oder es diese Folgen nicht gab.
Zu der Sache mit der Neben- oder Wechselwirkung “Tod”: Eigentlich kann doch jedes Medikament zum Tode führen. Egal wie.
Hüther erklärt mir, dass Ritalin eigentlich nichts anderes ist als Kokain, nur in geringerer Dosis.
Das ist Quatsch. Die Wirkung von Ritalin und Kokain mag (fast) die gleiche zu sein – beide hemmen die Wiederaufnahme von Dopamin und Noradrenalin in den Synapsen. Da vor den Synapsen der synaptische Spalt liegt, wird die Konzentration von Dopamin und Noradrenalin (bei Kokain kommt übrigens noch Serotonin dazu) im synaptischen Spalt erhöht.
Außerdem müsste der Wirkstoff von Ritalin dann Kokain heißen. Er heißt aber Methylphenidat. Wenn MPH auch nur annähernd so stark wie Kokain wirken würde, wäre es genauso wie Kokain als giftig eingestuft worden. Bei MPH braucht es aber eine erhebliche Überdosis.
Wer zu viel davon hat, wird zum Opfer seiner eigenen Impulse, ständig abgelenkt von Ideen und Geistesblitzen. Menschen mit niedrigem Dopaminspiegel hingegen funktionieren automatisch, fokussiert auf eine einzige Tätigkeit. Deshalb gibt man hyperaktiven Kindern Ritalin, damit sie in der Schule still sitzen und sich auf den Unterricht konzentrieren. Eltern mögen das Medikament: Zwischen 1993 und 2003 ist die Zahl der Ritalin-Verschreibungen weltweit um rund 270 Prozent gestiegen.
Hey, das könnte richtig sein. Aber nur fast! Denn man gibt es nicht hyperaktiven Kindern, sondern Menschen mit AD(H)S. Erstens: Ja, auch Erwachsene können Ritalin nehmen! Auch wenn’s die Kasse nicht bezahlt: Nach dem 18. Geburtstag verändert sich der Dopaminspiegel nämlich nicht wirklich. Zweitens: Nicht jeder, der hyperaktiv ist, hat AD(H)S und würde somit MPH benötigen! Hyperaktivität kann auch durch eine bipolare Störung, Depressionen, Autismus, … ausgelöst werden. (Quelle: Wikipedia.) Und drittens: Warum wirkt MPH dann auch bei hypoaktiven ADSlern, also den stillen und ruhigen ADSlern, die schwerer diagnostizierbar sind als ADHS?
Außerdem wird Ritalin nicht gegeben, um die Menschen ruhig zu stellen. Dann hätte es bei ADSlern (also den hypoaktiven ADSlern) keinen Sinn – die sind schon still genug. Nur: Diese Hypoaktiven können sich auch nicht konzentrieren – Ritalin wird gegeben, damit wir uns besser konzentrieren können.
Eine traurige Droge, ein Armutszeugnis. Einerseits.
Andererseits: Wenn es für gesunde Körper nicht gefährlich ist – was spricht dagegen?
Einen Moment – eben wurde noch gesagt, es gäbe viele Nebenwirkungen, sogar der Tod könne eine Nebenwirkung sein. Und es soll jetzt doch für gesunde Körper nicht gefährlich sein? Ich verstehe ihren Gedankengang nicht, lieber Autor!
lebhafter, aggressiver und etwas anstrengend. Das stimmt. Ich trete Geldautomaten, die mir zu langsam sind, und fluche über vergessliche Kellner im Café.
Die Dinge entwickeln eine seltsame Singularität: Ich sitze auf meinem Sofa und lese. Nach einer Weile merke ich, dass der Fernseher auf voller Lautstärke läuft – ich hatte ihn gar nicht gehört. Ich vergesse nicht, was um mich herum geschieht, es interessiert mich nur nicht mehr. Ich sehe die Dinge einzeln, eines nach dem anderen. Andere Drogen bewirken einen Rausch, Ritalin macht sehr nüchtern.
Erst macht es lebhaft, aggressiv, ungeduldig und ist anstrengend – nun macht es nüchtern?
Alle zwei Tage nehme ich Ritalin, dazwischen Koffein, Baldrian und Vitamintabletten.
An den Koffein-Tagen ist die Bibliothek für mich ein sehr trauriger Ort, Neurologen nennen das den »Rebound«. Mein Körper ist an den Ritalin-Putsch gewöhnt und vermindert vorsorglich seine Leistungsfähigkeit. Das Koffein macht mich zwar wach, aber schon das Lesen einer ganzen Buchseite fällt mir schwer.
Ist doch eigentlich klar, dass das idiotisch ist. Erst wird die Konzentration der Transmitter im synaptischen Spalt erhöht, dann wird der Wiederaufnahmehemmer wieder abgesetzt und die Konzentration der Transmitter nimmt wieder ab. Ein ständiges auf und ab. Auch mein Körper findet es nicht toll, dass ich öfters mal die Tablette vergesse.
Bei der Magisterprüfung aber darf ich das alles, und zehn Minuten nachdem ich die Pille geschluckt habe, fühlt es sich wieder an, als trüge ich Scheuklappen.
Bloß schade, dass die Tabletten, selbst wenn sie nicht retardiert sind, eigentlich 30 Minuten benötigen, um zu wirken. Wie schon gesagt, Ritalin gibt nicht den “Kick”, der es zum Missbrauch interessant machen würde. Retard-Tabletten (bei denen wird der Wirkstoff langsam und fortwährend freigesetzt, somit wirkt es länger als 3-4 Stunden) brauchen etwa eine Stunde.
Wenn die Wirkung nachließ, wurde ich unkonzentrierter als vorher, und statt mich zusammenzureißen, überlegte ich, wo ich wieder Ritalin herbekommen konnte.
Bei fachgerechter medikamentöser Therapie von ADHS mittels Methylphenidat konnte bisher kein Fall von Abhängigkeit festgestellt werden. Das plötzliche (eigenmächtige) Absetzen von Methylphenidat sollte jedoch unterlassen werden, da dies unter Umständen zu so genannten Absetzerscheinungen wie etwa verstärkter Hyperaktivität, Gereiztheit oder depressiver Verstimmung führen kann. Vor allem nach einer langfristigen und hochdosierten Behandlung sollte Methylphenidat daher nach ärztlicher Anweisung ausgeschlichen werden. (Quelle)
Selber Schuld.
Ich bin zwar kein Mediziner, kein Arzt, aber ich hoffe trotzdem, dass das meiste richtig ist. Der Artikel hat mich aufgeregt.
Was ich übrigens noch anmerken wollte:
Eine starke Überdosierung kann zu Übererregtheit des zentralen Nervensystems, Krämpfen und Delirium bis zum Koma führen. Es können Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen auftreten.
Bluthochdruck habe ich nur, wenn die Wirkung nachlässt.
Nachtrag: Warum schreibe ich den Eintrag hier? Weil der Artikel doch anscheinend darauf abzielt, dass man Ritalin (vor-)verurteilt und am besten gleich vom Markt nimmt. Das wäre für ADHSler aber fatal!
Zum Thema, ob man das über die Nase reinziehen kann. Ja, man kann und es wird auch vom Körper aufgenommen. Macht man ja mit Koks und diversen anderen Drogen nicht anders, geht auch ganz wunderbar in den Blutkreislauf über. Also kein Thema, geht. Aber warum man eine Tablette nicht schluckt sondern lieber zerstampft über die Nase reinziehen muss, entzieht sich meinem Verständnis. Wahrscheinlich wollten die Typen einfach nur cool sein… was für Deppen!
Der Konsum durch die Nase ist bei Jugendlichen sehr beliebt. Ich weiss nicht, wie es bei Ritalin ist (du schriebst ja von Retard-Kapseln), aber oftmals bestehen Tabletten neben dem Wirkstoff noch aus Hilfsstoffen, die sich im schlimmsten Fall in der Lunge absetzen können…
wenn ich mal fragen darf: bei mir wurde vor einiger Zeit ADHS diagnostiziert und MPH verordnet, ich spüre schon Dosen von 2,5 mg sehr sehr deutlich und positiv – gibt es da Vergleichsstudien mit Gesunden? Wieviel müßten die nehmen, um Effekte zu spüren?
Ich wüsste jetzt nicht genau, was die Effekte bei Gesunden sind. Tut mir leid, das kann ich so direkt nicht beantworten…
Klasse wie du den Artikel auseinandergenommen hast ;)
Nun, ich mache gerade die Ausbildung als Psychotherapeut und ich kann bestätigen was du geschrieben hast. Die Wirkung von Ritalin beruht auf der aktivierenden Wirkung durch die Dopamin wiederaufnahmehemmung. Da aber selektiv Dopamin, und nicht Serotonin verstärkt wird, dass für die euphorischen Effekte bei Kokain verantwortlich ist, ist die Wirkung von Ritalin entscheidend anders. Der Effekt bei ADHS beruht eigentlich darauf, dass mit einer Überaktivierung des Nervensystems auch die frontale Hirnregion hinter den Schläfen aktiviert wird, die bei ADHS unteraktiv ist. Diese kontrolliert die Affektkontrolle und somit steigert sich mit Rital anwendung auch die Konzentrationsleistung. Körperliche Nebenwirkungen wurden bisher kaum nachgewiesen und es scheint selbst keine belegbaren körperlichen Abhängigkeiten zu entstehen. Dafür ist die psychische Abhängigkeit verständlicherweise um so stärker.
Es ist, richtig angewandt ein wunderbares Medikament. Aber wie bei allem. Die Dosis macht das Gift!
Ach so…
Zum Thema selbständiges Absetzen. Ja, was er schreibt stimmt so. Doch dies liegt nicht am Medikament, sondern an der Erwartung des Patienten auf seine eigenen Reaktionen ohne Medikament. Man beginnt, nachdem man die Behandlung längere Zeit erfolgreich durchgeführt hat, die Verbesserungen und die neue Lebensqualität mit dem Medikament zu verknüpfen. Ohne Medikament, so glaubt man, dürfte es dann nicht mehr funktionieren und man müsste zwangsläufig wieder gereizt, aggressiv, unkonzentriert und ruhelos, wie zuvor sein…
Das gibt sich aber schnell von selbst.
Das Thema mit dem durch die Nase ziehen ist bei Jugendlichen tatsächlich äußerst beliebt. Aus meinem Sportverein kenne ich die Situation, dass manche Fußballer sich Koffeintabletten in zerkrümelter Form durch die Nase gezogen haben. Begründet haben sie es damit, dass es durch die Nasenschleimhaut schneller in den Blutkreislauf übergeht als durch das übliche Verdauen.
Vielen Dank für die wissenschaftlichere Sicht von Frank (die Kommentare hatte ich bisher ganz übersehen…)!
Kann schon sein. Ich werd’s trotzdem weiterhin schlucken, auf die altbekannte Weise ;D
Die meisten denken ja, nur weil sie zu einem Arzt gehen ist es auch eine Krankheit. Die Wahrheit sieht leider anders aus.
Eine ADS Diagnose geschieht auf rein visuellem Weg, und basiert auf keinerlei wissenschaftlichen und chemischen Untersuchungen. Das bedeudet, dass keine Krankheit nachgewiesen werden kann, sondern die sogenannte Diagnose, nur nach dem Gutdünken des Aztes geschieht.Ein psychologischer Fragebogen, mehr nicht.Eine Wesensart als Störfaktor. Ein gesellschaftlicher Anpassungsprozess statt Individualität. Und der Arzt freut sich doch sehr über einen neuen Stammkunden.Und die Eltern freuen sich über bessere Noten.Und die Lehrer freuen sich über diese göttliche Ruhe im Klassenzimmer, denn Lärm ist ja gesundheitsschädlich.Und die Pharmaindustrie freut sich über die vielen verkauften Medikamente. Und die Politik freut sich über die neueste Pisastudie.
Nur das Kind, das muss die Tabletten schlucken, ohne sich dagegen wehren zu können, und muss die noch nicht erforschten Spätfolgen ausbaden. Vielleicht Parkinson oder Alsheimer, oder ein Leber-oder Nierenleiden,egal es freuen sich doch alle so schön.Und das Kind hat doch später mal viel bessere Berufschancen!
Methylphenidat ist eine Droge!!!Das ist eine Tatsache.
Und was mich besonders ärgert, ich zahle das alles über meine Gesundheitskasse die AOK mit. Die machen dann wiederrum Werbung für die Kampange “Keine macht den Drogen”, was ja eigentlich gar nicht zusammenpasst. Ach ja, und dann noch die Aktion für gesunde Ernährung. Dabei ist eine Cola ja bestimmt noch harmlos gegen eine Dosis Ritalin.Was für eine Heuchlerei um eine erfundene “Krankheit”.
Ich halte die Gabe von Ritalin für Körperverletzung.
Mal sehen ob sich bei der nächsten Tour de France auch alle so freuen, ach ne, da sind die gesellschaftlichen Werte ja umgedreht,hm.
Okay. Also, du willst meine lange Geschichte dazu hören? Gerne, Hosen runter. Wunder dich hinterher nicht.
Kein Fragebogen. Eine richtige ADHS-Diagnose dauert 6 Monate. Eigentlich. Also ‘ne richtig ordentliche. Ich kann mich erinnern, dass meine Schwester 3-4 mal nach Mainz zur Expertin Helga Simchen gefahren ist – für die Diagnose.
Ritalin gibt es seit 1954 auf dem Markt. Würde es Spätfolgen geben, würde man sie heute sehen, denn in den 60ern wurde Ritalin auch oft als Anti-Depressiva eingesetzt. Ritalin kann _NACHWEISLICH_ kein Parkinson auslösen.
http://www.psychiatrie-aktuell.de/content/backgrounders/psychiatrie-aktuell.de/03020080.pdf
“Bislang wurde bei sachgemäßer Anwendung von keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen berichtet.”
“Durch diese Mutmaßungen, die [...] durch die bisher vorliegenden wissenschaftlichen Befundenicht gerechtfertigt sind [...]”
“Tierexperimente UND klinische Studien lassen dagegen den Schluss zu, dass die Gefahr, nach einer MPH-Therapie im Kindes- und Jugendalter in späteren Jahren am Parkinson-Syndrom zu erkranken, mit höchster Wahrscheinlichkeit als nicht gegeben angesehen werden kann”
Achja, eines noch…
“Obwohl mittlerweile sorgfältige Studien vorliegen, die zeigen, dass eine Therapie mit MPH die Gefahr eines späteren Substanzmissbrauchs bei Kindern mit ADHS eher VERRINGERT, wird von manchen Medienorganen und von bestimmten Gruppen im Internet die Therapie mit Stimulanzien OHNE WAHREN GRUND regelrecht verteufelt.”
Methylphenidat hat – wie jedes andere Medikament – ein Missbrauchspotenzial. Das macht es noch lange nicht zur Droge, zumal man es nicht als Droge missbrauchen kann: Es putscht nichtmal auf, es braucht eigentlich 30 bis 60 Minuten, bis die Wirkung da ist. Nur bei einer hohen Überdosis kann es zu diesem Kick kommen – einer Dosis WEIT über dem normalen Behandlungspensum. Das hat man aber eigentlich bei sehr vielen Medikamenten – also nichts außergewöhnliches.
Soso, du zahlst es mit, bei der AOK? Dann erzähl ich dir mal die Geschichte meines Onkels. ADS pur, er hat immer alles in sich reingefressen. Er hat seine Wut, allen Ärger, wirklich ALLES in sich “reingefressen”. Alles. Seine Hände zitterten immer, außerdem stockte er manchmal beim Essen. BLUTHOCHDRUCK. Er hat einen Schlaganfall erlitten. Ich kann es natürlich nur vermuten – aber ich sehe bei mir, wenn ich MPH nehme, senkt sich mein Blutdruck ab (bin ja eigentlich auch Choleriker).
Und ich glaube, MPH (Kosten: 200-300 Euro pro Monat) ist billiger als die Folgekosten eines Schlaganfalls (allein schon der Hubschrauber-Flug in eine andere Klinik hat jede Menge Kohle gekostet).
Wenn du dich informiert hättest, wüsstest du übrigens, dass ADHS wirklich keine Krankheit – sondern eine erblich bedingte psychische Störung ist. MPH ist für Betroffene wie ein “Wundermittel”. Nicht-Betroffene können das leider nicht nachvollziehen und verteufeln es.
Hat man Dir in Deiner 6 Monatigen Diagnose Hirnwasser oder Blut entnommen und es auf fehlende Botenstoffe untersucht?
Natürlich nicht! Geht ja gar nicht! Ist ja nicht nachweisbar.
Hat man einen Test auf einen Gentechnischen Defekt gemacht?
Geht nicht, nicht nachweisbar. Nur vage Vermutungen.
Keine nachweisbare Krankheit ist auch keine!!!!
Du bist eben so, finde Dich damit ab und versuche Deine Stärken zu finden.
Aber eine Pille zu nehmen ist viel einfacher, und die Welt um einen herum wird viel erträglicher,schöner und lebenswerter.Ein schönes Gefühl, das man nicht missen will.Fehlt nur noch das man glaubt fliegen zu können.
Eine Sucht ist halt nicht immer leicht zu erkennen,vor allem für die Süchtigen.
Aber das ich Deine Droge,sie steht im Drogenregister!!!(schau nach),auch noch bezahlen muss ärgert mich.
Das mit Deinem Onkel tut mir übrigens sehr leid!! Aber dafür zahle ich in die Krankenkasse ein,das ist o.k.
Es gibt übrigens sehr viele Menschen mit Bluthochdruck, meinst Du Ritalin würde denen allen helfen??? Ein wares Wundermittel!
Sag mal verkaufst Du das weil Du Dich so dafür einsetzt??
Du bist ja richtig euphorisch, fanatisch davon begeistert! Wäre es schlimm wenn man es Dir wegnehmen würde???
Um das mal zu sagen: MPH verursacht nachweislich keine körperliche Abhängigkeit, allerhöchstens eine psychische.
Willst du das auch depressiven Menschen sagen?
“Du bist eben so, finde Dich damit ab und versuche Deine Stärken zu finden.”
Meine Stärken finden & “entfalten” kann ich aber meistens erst, wenn ich “die Pille” genommen hab.
MPH steht nicht im “Drogenregister”, sondern fällt unter das Betäubungsmittelgesetz, da die Missbrauchsmöglichkeiten groß wären – nur die richtige Anwendung bei den richtigen Personen ist erlaubt, denn da hilft es ja auch.
Wikipedia: BtMG
Ärgerst Du dich denn auch darüber, dass du Morphin und diese ganzen Schmerzmittel / “Drogen” bezahlen musst? Die fallen ja auch unter das BtMG.
Nein, das hab ich doch nicht behauptet. Ich behaupte, dass MPH den ADHS-Betroffenen hilft – und NICHTS anderes! Und dass es evtl. als Folge der Einnahme eine Blutdruck-Senkung verursacht. Ist ja logisch: Bei Cholerikern, die dann nicht mehr allzu cholerisch sind, geht der Blutdruck dann runter. Kapiert?
Ich verkaufe es nicht. Denk doch mal drüber nach, warum bin ich so begeistert? Weil’s mir hilft.
O.K.
nochmal langsam, für Dich.
ADS oder ADHS ist keine KRANKHEIT.
Es wurde ERFUNDEN um ein Medikament an ein breites Publikum zu verkaufen.
Medikamente mit Kassenzulassung verkaufen sich besser,dafür braucht man aber eine Krankheit.
Und schon war ADS geboren.
Multisanostol und Dextro Energen haben länst nicht solche Umsätze.
Klar hilft es DIR, denn du wirst geistig leistunsfähiger,aber es heilt deine fiktive geistige Krankheit nicht, wie denn auch, es gibt sie ja nicht.
Aber du verschaffst dir damit einen unlauteren Vorsprung.
Doping.
Damit erhöhst Du den Druck auf andere.
Auf deine rethorischen Spielchen wegen Drogen oder Betäubungsmittel lasse ich mich nicht ein, da weis eigentlich jeder Bescheid.
Kapiert?
:D Ich finde das wirklich lustig. Denn schon im vorigen Kommentar habe ich geschrieben, dass ADHS keine Krankheit ist, sondern eine psychische Störung. Zwar wirft das WHO Störung und Krankheit in einen Topf, trotzdem halte ich es nicht für das gleiche.
Wiki
Ja, ich zitiere Wikipedia. Besser als keine Quellen zu haben ;)
Okay, wenn ADHS erfunden ist: Wieso wirkt das Medikament dann bei manchen Menschen – und bei manchen nicht? Wieso sagen die, die es nehmen und bei denen es wirkt, dass es gut für sie ist?
Nein, es heilt meine psychische Störung nicht. Es sagt aber auch niemand, dass es eine Heilung ist.
Wiki
Ich erhöhe den Druck nicht auf andere. Meine Klassenkameraden wissen nicht, dass ich das Medikament bekomme. Ich bin da akzeptiert mit meinem jungen Alter – und? Ich wüsste nicht, dass irgendwer sich nach meinen Noten orientiert und dadurch Druck auf sich ausübt. Ich hab ‘nen recht normalen Schnitt in der oberen Liga am Gymnasium mit meinen 2,0. Es gibt bessere.
Für die doofen die behaupten ADHS ist keine Krankheit.
Es ist eine hirnorganische Störung des Dopaminsystems-welche durch die Einnahme von Methylphenidat ausgeglichen wird. Nimmt ein “gesunder” Mensch Methylphenidat zu sich, wirkt dieses als “Aufputschmittel” und ist einer Droge wie Kokain oder Speed(Amphetamin) sehr ähnlich. Natürlich kann man nicht jedem lebhaften Kind Methylphenidat verschreiben, das muss sehr genau diagnostiziert werden und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg.
ADHS als Störung existiert sehr wohl, das ist keine Erfindung der Pharmaindustrie-wenn Menschen eigenmächtig an ihrem Dopaminsystem “rumspielen” (z.B. durch Einnahme illegaler Substanzen wie Kokain oder Amphetamin, aber auch MDMA oder Methylphenidat) kann das durchaus zu einer dauerhaften Schädigung führen, welche in der Symptomatik dann der ADHS gleicht.
Hinweis: Hyper- und Hypoaktivität ist im Prinzip das gleiche, nur dass das eine eine Überstimulation und das andere eine Unterstimulation darstellt. Beides wird ausgelöst durch die Dopaminerge/Noradrenalinerge Komponente.
Mfg
Alex(Betroffener)
ADS, ADHS und wie die anderen Bezeichnungen dafür sind, beschreibt ein Syndrom für Defizite im Verhalten in den folgenden drei Bereichen:
Impulsivität, Aufmerksamkeit, Hyperkinetisches Verhalten.
Liegt Aufmerksamkeitsdefizit ohne Hyperaktivät vor, dann spricht man oft von ADS.
Bei Hyperkinetisches Verhalten bzw. Hyperaktivität spricht man von ADHS.
Wie man erahnt, ist man inzwischen soweit, dass man sagt, dass eine ausgeprägte Störung in EINEM Gebiet für die Diagnose ausreicht. Trotzdem ist selten (aber sie gibt es) nur eine gestörte Impulsivität ohne die Beeinträchtigungen in den anderen beiden Gebiete vorhanden oder beobachtet worden. Das liegt darin Begründet, dass meist aus der Impulsivität Probleme in der Aufmerksamkeit folgt. Öfters dazu gibt es aber den Fall, dass NUR Hyperaktivität vorhanden ist und kaum oder keine signifikante Störungsbilder in der Impulsivität oder Aufmerksamkeit. Wir kennen hierfür u.a. die Abkürzung HKS, aber es wird in der Regel dem ADHS zugeordnet und auch hierbei können ADS-Medikamente helfen.
Wichtig: Es sind alle Kombinationsmöglichkeiten zugelassen.
Man muss sich auch klar machen, welches Defizit evtl. die andere Bedingt. Übrigens zu sagen, dass Methylphenidat “gesunde” immer hyperaktiv macht ist falsch. Es ist individuell und bei fast 50% aller Menschen, geht man von ähnlicher Wirkungsweise wie bei ADS’lern aus.
Also steigernde Konzentration, weniger Bewegungsdrang, weniger ablenkbar,…
Nun sollte man sich aber auch klar machen, dass wahrscheinlich nicht 50% aller Menschen ADS betroffen sind. Hierzu gibt es Meinungen, dass 2% bis 4% von ADS betroffen sind oder sogar bis zu 15%. Es kommt auch immer darauf an wie “scharf” man die Diagnosekriterien ansetzt. Im Zentrum muss der Leidensdruck stehen, welches Behandelt werden muss. In der Regel suchen Patienten einen Arzt auf, wenn sie erkrankt sind – was man auch unbedingt dann tun sollte.
Meist sind es Depressionen, Selbstverletzendes Verhalten usw, bedingt durch das ADSyndrom. Im Grunde macht erst eine Erkankung das ADS bei einem Menschen Behandlungsbedürftig. Nur so können auch die Begleiterkrankungen vernünftig behandelt werden.
Interessant könnte sein:
http://www.sciencedirect.com/science?_ob=MImg&_imagekey=B6VDJ-4NRCRSB-1-3&_cdi=5984&_user=10&_pii=S0887617707000960&_orig=search&_coverDate=06%2F30%2F2007&_sk=999779994&view=c&wchp=dGLbVtz-zSkWA&md5=62efc240b6f1327e70d478e60488cf9a&ie=/sdarticle.pdf
Also, bissel lesen kann helfen und sei es in kleinen Häppchen.
Liest selber, schaut euch die Daten an, hinterfragt Messungen oder probiert Drogen, aber missbraucht sie nicht. Droge = Wirkstoff: mehr bedeutet das eigentlich nicht und assoziert nicht immer einen Junky damit. ABER eines sei Gewiss! Seltenst könnte ein Außenstehender ADS so hinterfragen, wie einer, der es selber hat!
Und man muss ein Syndrom oder eine Krankheit nicht gänzlich verstehen, um jmd. helfen zu können, weil sonst dürfte man überhaupt gar keine Medikamente verschreiben.
Tatsache ist auch, dass ADS in allen Kulturen in ungefähr gleicher Häufigkeit vorhanden ist. Oftmals wird dort auch da diese Störung als ein Defizit wahrgenommen; die gesellschaftlichen Sanktionen sehen allerdings anders aus (kulturell bedingt natürlich).
ADS-Betroffene können sich in einigen Tätigkeiten und Umgebungen viel besser Konzentrieren als nicht betroffene. Dann brauchen sie keine Medikamente.
Aber eines dürft ihr niemals am Ende schreiben:
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit! ;)
ADS-Betroffene können sich in einigen Tätigkeiten und Umgebungen viel besser Konzentrieren als nicht betroffene. Dann brauchen sie keine Medikamente.
… zumindest in der gerade vorherrschenden Situation. Für einen Einkaufsbummel durch eine mehr oder weniger belebte Stadt kann das wieder ganz anders aussehen.