Nach der Sache mit Frontal 21 und dem Beitrag über Strattera (ADHS-Medikament, anderer Wirkstoff als Ritalin), bei der das ZDF bzw. Dr. Winkler hinterher eine Fälschung der Daten zugegeben hatte, werden nun zum dritten Male GEZ-Gebühren verschwendet, um in einer Doku-Sendung ADHS-Diagnosen und -Medikamente zu kritiseren.
Heute: Der WDR mit Quarks & Co!
Ich zitiere einfach mal tigger:
Es kamen Psychologen zu Wort, genauso wie Betroffene, Vertreter der Pharma-Industrie und Ärzte.
Dennoch wurde aus meiner Sicht die Kritik an den neurobiologischen Ursachen für ADHS und an den Medikamenten überbetont, ebenso die psychoanalytische Sichtweise zu den Ursachen, was mich sehr enttäuscht.
[...]
Ich hatte eigentlich immer eine positive Meinung zu Ranga Yogeshwar, aber dass er hier dazu beiträgt, ein recht verzerrtes Bild von ADHS zu vermitteln, überrascht mich. Recht aussagekräftig für die Sendung auch sein Schlusswort:
Vielleicht sind nicht unsere Kinder krank, sondern unsere Gesellschaft. Und ADHS ist ein Ausdruck dafür.
Das hat er aber schön gesagt. Wie kann man einerseits in der Sendung die Wirkung der Medikamente im Gehirn erklären (mit Dopamintransportern und Synapsen etc.) und gleichzeitig mit diesen Worten schließen, die ja gleich das ganze Störungsbild infrage stellen? Das ist für mich ein klarer Widerspruch.
also ich würde sagen, dass der Widerspruch gewollt ist und finde die aussage auch als klug. Wir suchen viel zu sehr nach den hintergründen, als die menschen einfach so zu nehmen, wie sie sind. Zum einen ist es eine Wissenschaftssendung. Also muss sie über die Hintergründe aufklären. Der Schlusssatz, ist hier die persönliche Meinung von Ranga. Ich finde das sinnvoll :D
Hallo benni,
das Problem ist, dass die Existenz von ADHS immer wieder infrage gestellt wird, weil viele nicht sehen wollen, wie stark ADHSler beeinträchtigt sein können. Die Probleme, die ADHSler haben, kann man auch schon mal als Nichtbetroffener auch haben, aber für ADHSler ist das der Alltag, was für Andere eine Ausnahme ist, weil man mal zu lange gefeiert hat o. ä. Würden sich die ADHSler einfach “so nehmen, wie sie sind”, dann bedeutete das für viele, dass sie Folgen entwickeln würden(Depression, Substanzmissbrauch etc.) und dass sie unter ihren Möglichkeiten bleiben, weil sie sich selbst immer wieder ein Bein stellen. Schon deshalb ist die Behauptung, ADHS gäbe es nicht, grob fahrlässig und auf jeden Fall schädigend für alle Betroffenen.
In der Sendung wurden durchaus verschiedene Meinungen vertreten, was ja richtig ist. Aber das Schlusswort ist oftmals, das was vielen Menschen hängen bleibt. Außerdem hat es mich enttäuscht, dass ein Naturwissenschaftler wie Ranga Yogeshwar die wissenschaftlich anerkannten Erkenntnisse damit negiert. Wäre er Esoteriker, hätte ich nichts anderes erwartet, aber als Wissenschaftler eine Behauptung entgegen der Wissenschaft aufzustellen, ist Quark und nicht besonders klug. Nichts für ungut.
In dem Punkt hat die Sendung wohl ihren Namen verdient. Nur das “s” ist fehl am Platz.
:) Stimmt.