Klassengemeinschaft versus Einzelgänger II.

Die Rollen sind anders: Andere, mehrere Einzelgänger. Und etwas andere Klasse – ein Latein-Kurs. Teil 1 gibts hier.

Gesiegt hat niemand. Die Einzelgänger haben ihre Meinung nicht durchsetzen können – und ein Kompromiss wurde gefunden. Ja, genau, es waren zwei bis drei Einzelgänger/”Außenseiter”.

Diesmal ging es um den Termin der Latein-Arbeit. Vor den Ferien war der Informationsstand folgender:

  • Latein-Unterricht dienstags eine Stunde und donnerstags zwei Stunden
  • erster Schultag ist Mittwoch, der 7. Januar
  • Zeugniskonferenz ist am Donnerstag, dem 15. Januar

Wann sollte nun die Latein-Arbeit geschrieben werden – 8.1. oder 15.1.?

Gegen den 15.1. sprach, dass die Arbeiten innerhalb von zwei Stunden korrigiert sein müssten, um sie uns vor der Zeugniskonferenz noch wieder reinzureichen. Gegen den 8.1. sprach, dass in den Ferien sowieso niemand lernt und sich auch niemand dazu aufraffen kann. Außerdem gab es auch Schüler, die bis Dienstag abends im Ski-Urlaub seien. Da unsere Lehrerin das am 15.1. nicht schaffen würde, wurde abgestimmt – wer wäre damit einverstanden, dass die Arbeit erst nach der Zeugniskonferenz zurückgegeben wird und wir somit am 15.1. schreiben?

Alle. Bis auf… 4 Leute. Argumente dieser 4 Schüler waren zu Anfang:

Ja, lernt doch in den Ferien! Ihr habt doch genug Zeit! Ich will die Note vorher wissen!

Nachdem wir sie davon überzeugt hatten, dass das völliger Quatsch ist und wir uns selbst kennen würden – es lernt so gut wie niemand von uns in den Ferien – kamen wir dann bei folgendem Argument an (2 Schüler waren überstimmt; 2 noch “übrig”; eine davon sagte dies):

Ja, das ist halt meine Meinung und das ist so und ihr braucht euch da gar nicht drum zu kümmern, es betrifft euch ja nicht!

Ich hab mich verdammt zurückgehalten, das Mädchen nicht auf irgendeine Art und Weise anzuschreien. Warum ich sie hätte anschreien können? Das ist so verdammt unlogisch: Aus Trotz, obwohl man weiß, dass es Quatsch ist, bei seiner Meinung bleiben!

Die Erklärung, dass es auch uns betrifft, wenn ihre Meinung gegen den 15.1. ist, wurde ignoriert. Was sonst? Ist doch ihre Meinung und hier, äh, wir haben doch die Dingsda, dass sie ihre eigene Meinung haben darf!

Ach – die Arbeit wurde nach Absprache mit anderen Lehrern auf Dienstag, den 13.1., verlegt und eine Stunde Englisch dafür gestrichen. Und die Zeugniskonferenz wurde von Donnerstag auf den Dienstag danach, also auf den 20.1., verlegt. Viel Stress um im Endeffekt nichts.

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Eine Antwort auf Klassengemeinschaft versus Einzelgänger II.

  1. Herr Rau sagt:

    Okay, das verstehe ich.
    Ihr habt ja eine freundliche Lehrerin, die euch so frei über ihre Arbeitszeit entscheiden lässt. Gut, vielleicht hat sie tatsächlich viel Zeit, die meisten Lehrer müssen vor dem Zeugnis sehr gut kalkulieren, um alles hinzukriegen. Wenn es keine besonderen Gründe gibt (Ausfall durch Krankheit oder so), hätte ich einfach einen Termin bestimmt und gut ist.
    Allerdings hätte ich vielleicht selber gleich den Dienstag in Betracht gezogen.

    Aber vielleicht lernen Schüler etwas beim Aushandeln untereinander, das lohnt sich dann wieder..

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