… stand im SZ-Artikel “Der Bäcker und die Bürokraten – ein Afghane gerät in die Amtsmühlen” auf Seite 3 vom Mittwoch, dem 26. November. Erstmal zu dem Satz an sich: Full ack! Ich könnte jetzt auch die Geschichte von einem Einzelfall erzählen, den ich sozusagen “live” miterlebt habe.
Konkret ging es dort um einen 57-jährigen Afghanen, der sich in Deutschland eine Existenz als Bäcker aufgebaut hat. Das könnte, wie die SZ schreibt, die erfolgreiche Geschichte eines Migranten sein, der sich in relativ hohem Alter noch eine Existenz aufgebaut hat. Er betreibt eine Bäckerei in Hamburg und verkauft dort afghanisches Brot – damit macht er einen recht guten Umsatz. Um dieses Brot jedoch backen zu können, braucht er einen speziellen Ofen. Der wurde ihm in seiner ersten Bäckerei genehmigt – als er jedoch expandieren wollte und eine zweite Filiale eröffnete, wurde ihm nach vier Monaten die Genehmigung für den zweiten Ofen, der eben in der zweiten Filiale stand, entzogen. Nachbarn – um genau zu sein, eine Arztpraxis – haben sich im Vorfeld über “drohende Geruchsbelästigung” beschwert und der Vermieter hat gekündigt, weil die Miete angeblich nicht bezahlt worden sei. Das Gegenteil wird bewiesen, seit drei Jahren zahlt besagter Afghane inzwischen Miete für eine geschlossene Bäckerei, die mehr Geld verbraucht als er an seiner Geöffneten verdient.
Nun steht in dem Artikel:
Die Wirklichkeit ist, dass man nirgendwo jemanden findet, der noch den kompletten Überblick über all die sich zum Teil überkreuzenden oder zuwiderlaufenden Genehmigungsverfahren hätte. Nie hat jemand alle Beteiligten zusammengeholt, um zu reden. Um das Problem zu lösen. Bei den Behörden heißt es, das sei ein “Einzelfall”. Es müsste eine Behörde für Einzelfälle geben.
Eins frage ich mich jetzt noch: Wenn eine Behörde zugibt, dass etwas ein Einzelfall ist, dann heißt das ja meistens, dass es ein negatives “Vorkommnis” war. Das heißt wiederum, dass die Behörden einsehen, dass die Schließung der zweiten Bäckerei ein Fehler war. Trotzdem wurde augenscheinlich noch nichts unternommen.
Das wäre was für Frontal 21: Toll!