Unterrichts-Kreationen – Der Zeitvertreib, Folge 2: Krampen und Gummis
Klar, Krampen und Gummis sind nicht unsere Erfindung. Aber wir haben in der neunten Klasse besonders häufig von ihnen Gebrauch gemacht.
Zur Erklärung: Mit einer Krampe meine ich ein kleines, gefaltetes Papier, das sich wunderbar als Geschoss eines Gummis eignet. Damit kann man Lehrer ärgern, Mitschüler abschießen und damit vor allem Risiken eingehen.
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Ein Stück Papier, vorzugsweise möglichst rechteckig, wird dazu erst geknickt – wie, wenn man eine Art Ziehharmonika oder Fächer haben will, nur darf man nicht immer die Richtung wechseln, sondern muss nach innen “einrollenknicken”. Mit dem Fingernagel oder einem Lineal/Geodreieck kann man nach jedem einzelnen Knick die Kante noch verschärfen, dann lässt sich das ganze kompakter einrollenknicken und fliegt später besser – das nennt man Aerodynamik! Nun muss man nur noch einmal quer in der Mitte knicken (wenn ihr das Teil senkrecht vor euch haltet, dann den Knick waagerecht in der Mitte machen) – fertig ist die Krampe.
Die wird dann um das Gummi, das in der einen Hand zwischen zwei Fingern gespannt ist, drumherum “gelegt”; mit den Fingern der anderen Hand müsst ihr dabei nur die beiden Enden der Krampe festhalten, der Knick der Krampe ist dann also direkt am Gummi. Jetzt noch die Krampe nach hinten ziehen und somit das Gummi spannen – und das Zielobjekt nach dem Loslassen treffen.
Der Spaß ist perfekt, kleine Schlachten nicht ausgeschlossen – natürlich nur im Unterricht, in den Pausen fehlt der Spannungseffekt, außer man sollte eigentlich auf dem Schulhof sein und man weiß, wer gerade Aufsicht führt (unsere strengen Lehrer merken sowas fast immer – die nicht so strengen auch manchmal, aber die geben keinen Klassenbucheintrag).
Krampen und Gummis gehören einfach in diese “Serie”, weil man mit ihnen sehr gut die Zeit im Unterricht um die Ecke bringen kann. Der ein oder andere wird den Zeigefinger erheben und mahnen…
Wenn das mal nicht ins Auge geht!
Ach was. Habt Vertrauen in die Zielgenauigkeit der Schüler – und habt ihr es nicht selber in eurer Jugend gemacht? Na also. Oh, wirklich nicht? Nein? Das glaube ich nicht – ihr habt die “Früher war alles besser”-Diskussion doch sicher auch über euch ergehen lassen müssen, wie es beim Fernsehen oder allgemein bei den Medien und besonders bei den Jugendlichen eben so ist. Ach, bei euch war’s was besonderes? Wie oft hab ich das schon gehört?
Zum Fernsehen: Siehe Stuttgarter Zeitung online – Fragwürdige TV-Sendungen von früher.
Zu den neuen Medien: Gut, früher gab’s keine PCs. Um jetzt mal konkret das Beispiel “Killerspiele” aufzunehmen: Ja, vielleicht erhöhen sie die Gewaltbereitschaft. Aber töte ich Könige, weil ich Schach spiele? (Hachja, das typische Totschlag-Argument. Achtung! Auch “Killerspiele” benötigen Strategie und Taktik, das ist nicht nur Balla-balla. Übrigens: Ich spiele keine “Killerspiele”.)
Zu den Jugendlichen: „Die Jugend liebt heute den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt mehr vor älteren Leuten und diskutiert, wo sie arbeiten sollte. Die Jugend steht nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widerspricht den Eltern und tyrannisiert die Lehrer.“ (Sokrates – 469 v. Chr. – 399 v. Chr.)
Außerdem – es gibt zwar viele Kreationen, um die Zeit im Unterricht zu vertreiben, jedoch wird immer jemand eine Schwachstelle finden und sagen können…
Wenn das mal nicht ins Auge geht!
…selbst, wenn es nicht wörtlich gemeint ist.
Über diesen Eintrag
Du liest gerade “Unterrichts-Kreationen – Der Zeitvertreib, Folge 2: Krampen und Gummis”, ein Eintrag auf Hugelgupf
- Veröffentlicht:
- 03.11.2008 um 15:01 (Texas)
- Veröffentlicht:
- 03.11.2008 um 22:01 (MEZ)
- Kategorie:
- Schule
- Tags:
6 Antworten
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